Ansprechpartner:
Jan Graf
Tel 0431 98 384-15
j.graf@heimatbund.de

Schleswig-Holsteinischer
Heimatbund e.V.
Hamburger Landstraße 101
24113 Molfsee
Anfahrt
Mo 8 bis 15 Uhr
Di–Do 8 bis 16 Uhr
Fr 9 bis 13 Uhr
Tel 0431 98 384-0
Fax 0431 98 384-23
info@heimatbund.de

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23.04.2021 | Sprache/Literatur

Funklock stoppen!

Organisatschonen ut all Nedderdüütsch-Länner stütt uns Anliggen: Wi wüllt dat öffentlich-rechtliche Programm, dat uns op Plattdüütsch över Welt un Region informeert. Nu hebbt de Spreker vun den Bundesraat för Nedderdüütsch Heinrich Siefer un uns Heimatbund-Präsident Dr. Jörn Biel tohopen en Breef an verscheden Lännerpolitikers schreven.

Hier de Text vun dat Schrieven, mit dat de Sleswig-Holsteensche Heimatbund un de Bundesraat för Nedderdüütsch as Koordinatoren vun de Kampagne "Funklock stoppen" de verscheden Politikers üm Ünnerstütten beedt:

 

Funklock stoppen! – Opstahn för den plattdüütschen Senner

Molfsee, 19.08.2021

Guten Tag,

während in Europa andere „kleine Sprachen“ wie das Samische, das Westfriesische oder das Gälische durch öffentlich-rechtliche Medien bedient werden, bleibt Niederdeutsch weitestgehend unversorgt. Unterstützt von zahlreichen Institutionen arbeiten Schleswig-Holsteinischer Heimatbund und Bundesrat für Niederdeutsch/ Niederdeutschsekretariat an einer Aufhebung dieser Benachteiligung.

Wir wollen die mediale Situation für das Plattdeutsche nachhaltig verbessern.

Eine Konferenz mit Delegierten aus allen niederdeutschen Ländern formulierte am 31. März 2021 diesen Text als Ziel der Kampagne „Funklock stoppen!“:

„Wir nehmen uns andere Kleine-Sprachen-Sender in Europa zum Vorbild und fordern ein öffentlich-rechtliches Medium, das 24 Stunden am Tag sieben Tage die Woche ein plattdeutsches Hörfunk-Programm plus Online-Angebot sowie gelegentliche Filmbeiträge produziert. Das Hörfunk-Programm bietet einen Mix aus bunten Themen sowie seriösen Berichten über Welt und Region. Dazu gehören tagsüber stündliche oder halbstündliche Nachrichten. Im Musikprogramm laufen aktuelle plattdeutsche, hochdeutsche und internationale Musiktitel für Erwachsene. Besondere Hörfunk- oder Online-Angebote richten sich an Jugendliche und Senioren. Das Medium nutzt die plattdeutsche Sprache als tägliches Werkzeug und hält dabei Qualitätsstandards ein, die in anderen deutschen Programmen für die hochdeutsche Sprache gelten.“

Bitte nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit und besuchen Sie unsere Seite www.funklockstoppen.de, auf der Sie unter anderem sehen, wer bereits dieses Anliegen unterstützt.

Plattdeutsch ist eine der größten „kleinen Sprachen“ Europas.

Das niederdeutsche Sprachgebiet in Deutschland umfasst Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. In diesen Ländern ist Niederdeutsch über die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen geschützt. Laut Handbuch der Sprachminderheiten in Deutschland (Narr 2020) sprechen rund 2,5 Millionen Menschen Plattdeutsch. Zum Vergleich: Die samische Sprechergruppe wird zwischen 20 – 40.000 Personen taxiert; bei den Rätoromanen sprechen wir von 60.000, bei den Westfriesen von 450.000. Es handelt sich bei den genannten Beispielen also um wesentlich kleinere Gruppen als die niederdeutsche, und dennoch: Sie alle sind öffentlich-rechtlich mit einem Medium versorgt, das sie an jedem Tag und oft rund um die Uhr in ihrer Sprache über Welt und Region informiert. Der Blick zu den Ober- und Niedersorben, die durch MDR und RBB, wenn auch nicht ganztägig, so doch immerhin täglich, versorgt sind, zeigt, dass eine Benachteiligung des Niederdeutschen im Kreise der Chartasprachen auch innerhalb Deutschlands besteht. Warum ist das so? – Bei dieser Frage wollen wir nicht stehen bleiben, sondern eine nachhaltige, substantielle Verbesserung für das Niederdeutsche erreichen.

Bitte unterstützen Sie uns dabei!

Wie das geht? Ganz einfach: Sprechen Sie über unser gerechtfertigtes Anliegen, beginnen Sie sich zu informieren über den Wert und die Bedeutung des Niederdeutschen für Europa, versetzen Sie sich in unsere Lage, in der unsere kostbare Sprache den Massenmedien nicht mehr als einzelne Programmsplitter wert ist, die für Erhalt und Entwicklung des Niederdeutschen eine wirklich absolut zu vernachlässigende Rolle spielen. Wir würden uns sehr freuen, Ihnen das Thema in einem persönlichen Gespräch näher zu erläutern und gemeinsam mit Ihnen Ideen zu entwickeln, wie wir auf dem Weg zum öffentlich-rechtlichen plattdeutschen Medium ein Stück weiterkommen. Es muss einfach besser werden! Wir brauchen den plattdeutschen Sender! Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Ihr Kontakt in Sachen „Funklock stoppen!“:

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! (Christiane Ehlers; Niederdeutschsekretariat)

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! (Jan Graf; Schleswig-Holsteinischer Heimatbund)

 

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. Jörn Biel, Präsident des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes

Heinrich Siefer, Sprecher des Bundesrates für Niederdeutsch