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Jan Graf
Tel 0431 98 384-15
j.graf@heimatbund.de

Schleswig-Holsteinischer
Heimatbund e.V.
Hamburger Landstraße 101
24113 Molfsee
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Di–Do 8 bis 16 Uhr
Fr 9 bis 13 Uhr
Tel 0431 98 384-0
Fax 0431 98 384-23
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11.02.2021 | Sprache/Literatur

Funklock stoppen!

Mit einem Videoclip weist der Schleswig-Holsteinische Heimatbund auf das Fehlen eines plattdeutschen Radioprogramms in Europa hin.

Zu sehen ist ein Radiogerät, das unter anderem das walisischsprachige Program des britischen Rundfunks, das friesischsprachige Programm des niederländischen Rundfunks oder das gälischsprachige Programm des irischen Rundfunks empfängt. Als schließlich als eine der „kleinen Sprachen“ Europas das Plattdeutsche genannt wird, verstummt das Radio.

Inzwischen haben viele Menschen den Film gesehen und kommentiert.

„Ik wil in elk stünd un elk minut sassisk luustern, wen ik de radiokist anmåken do! Also, man ran!“, schreibt ein User und antwortet auf die Frage, wie er sich so einen Sender vorstelle: „Dat rezept is heel envak - veal snakken, nårichten, berichten un musik, dee ni jümmer "platt" ween mut. Man mut dat rad joa ni nej opbringen, blots wyldat en ander språk to luustern is.“

Andere äußern die Idee, dass so ein plattdeutsches Radioprogramm von Amateuren gegründet werden muss. „Wi köönt ni tööwen dat NDR wat op de Been stellt. Dat doot se ni. Wenn wi uns Sprook jedeen Dag in't Radio höören wüllt, mööt wi dat sülm doon! De Nordfreesen köönt dat je mit Friiskfunk ok“, schreibt jemand und kriegt zur Antwort vom Schleswig-Holsteinischen Heimatbund: „Dat geiht uns mehr dorüm, dat wi dat as Laien nich sülvst maakt, man dat öffentlich betahlt en Huus in de Welt sett warrt, in dat professionelle Journalisten mit en professionelle Technik 24/7 en professionell Programm op Platt produzeert, utstrahlt via DAB un Online.“

Ein Post auf der Social-Media-Plattform Reddit zeigt, dass auch Menschen jenseits der Grenze auf die Kampagne aufmerksam werden. „Gode akty! Mär weader de 1,8 Miljoon neaderlandske platspreakers vergeaten!“, schreibt ein Teilnehmer aus der Region Twente. Jemand antwortet ihm: „En plattdüütschen Radiosenner mutt woll öffentlich-rechtlich bedreven warrn […] Öffentlich-rechtlich bedüüdt aver: dat is Lännersaak. De Bundslänner mööt dat Geld geven. De Nedderlannen mööt wi also separat bekieken, denn dor is de Rundfunk wiss anners regelt. Sprickt ja nix gegen, dorbi ok över de Grenz to kieken. Aver för Nedersaksisch-Rundfunk in de Nedderlannen kann de Sleswig-Holsteensche Heimatbund (de dat Video maakt hett) sik nich insetten.“

Auch bei Facebook wird das Thema besprochen. Im Forum „Plattdeutsch  - de sassiske språke“ schreibt einer: „Plattdüütsch is woll mitünner de gröttste Regionaalspraak in Europa. Man wi hebbt de leegste Medienlandschopp, sülvst vun de bannig bedrauten Spraken. Wi hebbt keen egen Blad, keen egen Radio, keen egen Veernseen, keen niks.“

Zuständig für Plattdeutsch beim Schleswig-Holsteinischen Heimatbund ist Jan Graf. „Die Kommentare und Reaktionen zeigen uns, dass wir nochmal deutlicher sagen müssen, worauf wir als Plattdeutsche bestehen dürfen, während andere kleine Sprachen in Europa das schon längst haben – einen öffentlich-rechtlichen Radiosender, der aktuelles Programm vierundzwanzig Stunden sieben Tage die Woche ausstrahlt in unserer Sprache“, sagt er.

Der Schleswig-Holsteinische Heimatbund unterstützt damit die Stellungnahme, die der Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern im Dezember 2020 zum neuen Rundfunkstaatsvertrag abgegeben hat. Darin heißt es: „Hiermit fordern wir, dass in der Neufassung des NDR-Rundfunkstaatsvertrags die Einrichtung eines 4. Vollprogramms festgeschrieben wird, das „terrestrisch in digitaler Technik verbreitet“ wird und verlässlich regionale und überregionale Informationen, Unterhaltung sowie aktuellen Service in plattdeutscher Sprache bietet, produziert von professionellen Journalisten, die das Niederdeutsche als sachliche Arbeitssprache hantieren.“

Schub gibt der Angelegenheit der Blick nach Europa.

„Die Sami in Schweden oder die Rätoromanen in der Schweiz bemessen sich nach Zigtausenden und haben alle ein seriöses Radioprogramm, das sie täglich von morgens bis abends in ihrer Sprache bedient. Laut `Handbuch der Sprachminderheiten` sprechen in Deutschland 2,5 Millionen Menschen Plattdeutsch, dennoch gibt es kein solches Programm hier bei uns. Wir fragen uns, warum das so ist“, sagt Jan Graf und mutmaßt, dass einer der Gründe bei den Plattdeutschen selbst liegt: „Wir sind zu artig, zu schnell zufrieden mit dem Wenigen, das wir haben. Jedoch sollte unsere Sprache uns mehr wert sein als das.“

Der Film „Funklock stoppen!“ ist anderthalb Minuten lang und zu sehen auf dem Youtube-Kanal des Heimatbunds. Er darf gern geteilt und geliked werden. Unterstützt wird die Initiative vom Niedersächsischen Heimatbund, dem Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern, dem Bunnesraat för Nedderdüütsch, dem Niederdeutschsekretariat, dem Plattdüütsch Raat för Sleswig-Holsteen sowie dem Plattdüütschroot för Hamborg.

(Plattdeutsche Zitate im Text in originaler Schreibweise)

Plattdüütsch:

13. Februar is UNESCO-Dag vun´t Radio – Sleswig-Holsteenschen Heimatbund vermisst plattdüütschen Kanaal

Mit en Clip op sien Youtube-Kanaal wiest de Sleswig-Holsteensche Heimatbund siet Januar dor op hen, dat Europa keen plattdüütsch Radioprogramm hett. To sehn is en Radio, in dat dat welsche Programm vun`n brietschen Rundfunk, dat freesche Programm vun`n nedderländschen Rundfunk oder dat gäälsche Programm vun´n irischen Rundfunk löppt. As opletzt as een vun de „lütten Spraken“ vun Europa dat Plattdüütsche nöömt warrt, swiggt dat Radio.

Middewiel hebbt Masse Lüüd den Film sehn un kommenteert.

„Ik wil in elk stünd un elk minut sassisk luustern, wen ik de radiokist anmåken do! Also, man ran!“, schrifft en User un aantert op de Fraag, woans he sik so en Senner vörstellt, so: „Dat rezept is heel envak - veal snakken, nårichten, berichten un musik, dee ni jümmer "platt" ween mut. Man mut dat rad joa ni nej opbringen, blots wyldat en ander språk to luustern is.“

Anner Menschen hebbt de Idee, dat so en plattdüütsch Radioprogramm vun Amateuren grünnt warrn mutt. „Wi köönt ni tööwen dat NDR wat op de Been stellt. Dat doot se ni. Wenn wi uns Sprook jedeen Dag in't Radio höören wüllt, mööt wi dat sülm doon! De Nordfreesen köönt dat je mit Friiskfunk ok“, schrifft een un kriggt as Antwoort vun´n Sleswig-Holsteenschen Heimatbund: „Dat geiht uns mehr dorüm, dat wi dat as Laien nich sülvst maakt, man dat öffentlich betahlt en Huus in de Welt sett warrt, in dat professionelle Journalisten mit en professionelle Technik 24/7 en professionell Programm op Platt produzeert, utstrahlt via DAB un Online.“

En Post op de Social Media-Plattform „Reddit“ wiest, dat ok Menschen güntsiet de Grenz in Nedderland de Kampagne wieswarrt. „Gode akty! Mär weader de 1,8 Miljoon neaderlandske platspreakers vergeaten!“, schrifft en Deelnehmer ut de Region Twente. En annern aantert em: „En plattdüütschen Radiosenner mutt woll öffentlich-rechtlich bedreven warrn […] Öffentlich-rechtlich bedüüdt aver: dat is Lännersaak. De Bundslänner mööt dat Geld geven. De Nedderlannen mööt wi also separat bekieken, denn dor is de Rundfunk wiss anners regelt. Sprickt ja nix gegen, dorbi ok över de Grenz to kieken. Aver för Nedersaksisch-Rundfunk in de Nedderlannen kann de Sleswig-Holsteensche Heimatbund (de dat Video maakt hett) sik nich insetten.“

Ok bi Facebook warrt de Saak bekeken. In dat Forum „Plattdeutsch  - de sassiske språke“ schrifft een: „Plattdüütsch is woll mitünner de gröttste Regionaalspraak in Europa. Man wi hebbt de leegste Medienlandschopp, sülvst vun de bannig bedrauten Spraken. Wi hebbt keen egen Blad, keen egen Radio, keen egen Veernseen, keen niks.“

Tostännig för Plattdüütsch is bi den Sleswig-Holsteenschen Heimatbund Jan Graf. „De Bischriften un Reakschonen wiest uns, dat wi nochmal düütlicher seggen mööt, op wat wi as Plattdüütsche bestahn dörft, bidess anner lütte Spraken in Europa dat al lang hebbt - en öffentlich-rechtlichen Radiosenner, de aktuell Programm veeruntwintig Stünnen den Dag söven Daag de Week utstrahlt in uns Spraak“ seggt he.

De Sleswig-Holsteensche Heimatbund ünnerstütt dormit de Stellnahm, de de Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern in´n Dezember 2020 to den niegen Rundfunkstaatsverdrag afgeven hett. Dorbinnen steiht: „Hiermit fordern wir, dass in der Neufassung des NDR-Rundfunkstaatsvertrags die Einrichtung eines 4. Vollprogramms festgeschrieben wird, das „terrestrisch in digitaler Technik verbreitet“ wird und verlässlich regionale und überregionale Informationen, Unterhaltung sowie aktuellen Service in plattdeutscher Sprache bietet, produziert von professionellen Journalisten, die das Niederdeutsche als sachliche Arbeitssprache hantieren.“

Wind vun Achtern kriggt de Saak dörch den Blick na Europa.

„De Sami in Sweden oder de Rätoromanen in de Swiez tellt wi na Zigdusende. All hebbt se en seriöös Radioprogramm, wat ehr Dag för Dag vun morgens bet avends in ehr Spraak bedeent. Wat in´t `Handbuch der Sprachminderheiten` steiht, snackt in Düütschland 2,5 Millionen Menschen Platt. Liekers gifft dat so en Programm nich bi uns. Wi fraagt uns, worüm dat so is“, seggt Jan Graf un gisst, dat een vun de Grünnen bi de Plattdüütschen sülvst liggt: „Wi sünd to oortig, to gau tofreden mit dat Wenige, wat wi hebbt. Man uns Spraak schull uns mehr weert ween as dat.“

De Film „Funklock stoppen!“ is eenunhalf Minuten lang un to sehn op den Youtube-Kanaal vun´n Heimatbund. He kann geern deelt un liked warrn. De Neddersassische Heimatbund, de Heimatverband Meckelnborg-Vörpommern, de Bunnesraat för Nedderdüütsch, dat Nedderdüütschsekretariat, de Plattdüütsch Raat för Sleswig-Holsteen un de Plattdüütschroot för Hamborg ünnerstütt de Saak.

(Plattdüütsche Zitaten in´n Text in originale Schrievwies)