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Jan Graf
Tel 0431 98 384-15
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15.09.2020 | Sprache/Literatur

Literaturpreis Kappeln

De Sleswig-Holsteensche Heimatbund gralleert vun Harten: De Quickborn-Verlag is Kappeln-Priesdreger 2020

Der aktuelle Preisträger 2020

Die Stadt Kappeln wird in diesem Jahr den 30. Niederdeutschen Literaturpreis an den Quickborn-Verlag vergeben. Die Eigentümer und Betreiber Gesche und Peer-Marten Scheller erhalten den Preis am 6. November 2020 in Kappeln.

Die diesjährige Jury mit Christoph Ahlers (NDR), Dörte Hansen (Kappeln-Preisträgerin 2019), Marianne Ehlers (Plattdeutscher Rat für Schleswig-Holstein), Jan Graf (SHHB) und Robert Langhanke (Europa-Universität Flensburg) begründet ihren Entschluss wie folgt:

Der Hamburger Quickborn-Verlag spielt eine bedeutende Rolle im niederdeutschen Kulturleben. Mit kaufmännischem Geschick, literarischem Gespür und engem Kontakt zum Buchhandel ebnet das 1915 gegründete Unternehmen bis heute plattdeutscher Literatur den Weg in die Bücherregale und stärkt damit das Selbstverständnis des Plattdeutschen auch als Sprache des Schreibens und Lesens.

Veranstaltern und Medien steht der Verlag als Rechteinhaber kooperativ zur Seite, wenn es um öffentliche Vorträge oder Sendungen bei ihm verlegter Texte geht. Wir erleben den Quickborn-Verlag daher als Ermöglicher niederdeutschen Kulturlebens und würdigen dies umso mehr, da in schwierigem geschäftlichem Umfeld plattdeutsche Verlagstätigkeit Mut und Durchhaltevermögen braucht: Quickborn ist heute das letzte professionell arbeitende Haus mit ausschließlich plattdeutschem Angebot.

Der Schwerpunkt liegt auf humoristischen Texten und Sammlungen kürzerer Erzählungen. Daneben verlegt Quickborn auch Lehrmaterialien und ernstere literarische Werke, die zumeist keine Verkaufsschlager darstellen, aber das kultursprachliche Selbstverständnis des Niederdeutschen belegen. Gesche und Peer-Marten Scheller begleiten ihre Autorinnen und Autoren ebenso kritisch wie aufmunternd und verpflichten sie auf literarische wie formale Standards, die dem Ansehen der Sprache zukommen.

Mit dem Niederdeutschen Literaturpreis 2020 zeichnet die Stadt Kappeln also eine Schnittstelle zwischen Schreiben und Lesen aus. Bei Quickborn wird das plattdeutsche Buch nicht auf eine bezifferbare Handelsware reduziert. Der Verlag versteht sich auch als eine Stütze des niederdeutschen Kulturbetriebs.

Die 30. Preisverleihung des Niederdeutschen Literaturpreises der Stadt Kappeln an den Quickborn-Verlag findet am Freitag, den 06.11.2020 statt. Bedingt durch Corona kann in diesem Jahr nur ein kleiner Personenkreis in Form von geladenen Gästen an der Veranstaltung teilnehmen. Damit dennoch möglichst viele Personen an der Preisverleihung teilhaben können, ist ein Livestream in Planung. Nähere Informationen hierzu folgen.

Oscar der niederdeutschen Szene

Jährlich zeichnet die Stadt an der Schlei in Zusammenarbeit mit dem Schleswig-Holsteinischen Heimatbund plattdeutsche Kulturarbeit aus. Der Hamburger Autor und Journalist Gerd Spiekermann schrieb sich 1991 als erster in die Liste der Preisträger. Auf ihn folgen seitdem Größen der niederdeutschen Kulturszene. Namen wie Konrad Hansen, Irmgard Harder, Ina Müller, Annie Heger spiegeln durch die Jahrzehnte den sich wandelnden künstlerischen Gebrauch des Plattdeutschen. Ursprünglich vom Initiator, dem inzwischen verstorbenen Stadtvertreter Ingobert Andresen, als Werkzeug gegen den Schwund des Niederdeutschen in der Region Angeln gedacht, hat sich der Kappelner Literaturpreis längst überregionale Strahlkraft erworben. Dotiert mit 3000 Euro wird die Auszeichnung vergeben von der Stadt Kappeln in Zusammenarbeit mit ihrem Niederdeutschen Beirat. Die Jury stellt der Schleswig-Holsteinische Heimatbund.