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13.05.2022 | Kultur/Geschichte

Tag der Schleswig-Holsteiner

Mehrere Tausend Besucher kamen zum Tag der Schleswig-Holsteiner am 3. Juli im Freilichtmuseum Molfsee.

Schleswig-Holsteiner zeigen gerne Farbe, können auf viele Arten schnacken, mit leisen Tönen berühren und ordentlich auf die Pauke hauen. Das Freilichtmuseum Molfsee und der Schleswig-Holsteinische Heimatbund widmeten den leeve Lüüd im nördlichsten Bundesland einen ganzen Tag. Mehrere Tausend Besucher schauten sich bei bestem Wetter das bunte Programm an. „Der Tag mit seinen vielen Aktiven zeigt sehr anschaulich: Heimat ist kulturelle Vielfalt“, sagte Eka von Kalben, Vizepräsidentin des Schleswig-Holsteinischen Landtages, zur Begrüßung.

Der erste Tag der Schleswig-Holsteiner 2018 liegt schon ein paar Jahre zurück. Wegen der Pandemie musste das große Event 2020 ausfallen. Nun konnten die Norddeutschen zeigen, was das Land zwischen den Meeren ausmacht: eine spannende Geschichte, farbenfrohe Trachten, altes Handwerk, „Liederatur“ und vor allem Toleranz und multikulturelle Vielfalt. Und das inmitten historischer Kulisse. „Das Freilichtmuseum Molfsee hat seine ganz besonders starken Momente, wenn es sich wie heute belebt. Wenn wir mit Menschen feiern, singen oder tanzen dürfen, wenn wir uns hier auf Augenhöhe und mit gegenseitigem Respekt begrüßen, offen für neues“, sagte Guntram Turkowski, kommissarischer Leiter des Freilichtmuseums. Berührend war dabei der Auftritt von ukrainischen Geflüchteten, die das Lied „Sag mit, wo die Blumen sind“ auf Deutsch und Ukrainisch sangen, ebenso der Singer-Songwriter Santos More aus Peru mit dem Lied „Gracias a la vida“ (Dank an das Leben). Farbenfroh und rhythmisch hingegen die Lieder der Kieler Gruppe Afro Yard Percussion.

„Unsere Aufgabe als Heimatbund ist es, zu zeigen, wo unsere Wurzeln sind, wie wir geworden sind, was wir sind, was uns heute ausmacht und wo wir hin wollen. Und gleichzeitig wollen wir Menschen, die zu uns kommen um hier zu leben, dabei helfen, hier Wurzeln zu schlagen“, sagte Peter Stoltenberg, Präsident des Heimatbunds. Dafür würde der Tag der Schleswig-Holsteiner die Landesgeschichte und -kultur auf unterhaltsame Art und Weise erlebbar machen. „Wir hoffen, damit sowohl Alteingesessenen als auch Zugezogenen ein Gefühl von Heimat zu vermitteln“, sagte er. Zum Ende des Tages verfestigte sich ein Gedanke: „So viel Leben auf dem Gelände, so ein buntes Bild der Trachten, einfach phänomenal“.

Prägende Sprache des Tages war das Plattdeutsche. „Das hat so unglaublich viele Facetten. Manchmal schnacken die schon ein Dörp weiter ganz anders“, sagte Jochen Wiegandt, der plattdeutsche Lieder präsentierte. Thorsten Börnsen vom Zentrum für Niederdeutsch in Holstein sieht das Interesse am Plattdeutschen durchwachsen, denn die Muttersprachler würden immer älter werden. Aber es gebe mittlerweile auch 44 Modelschulen, an denen zwei Stunden in der Woche Plattdeutsch gelernt wird. „Und auch die mittlere Generation entdeckt wieder Interesse daran“, sagte er. Schleswig-Holstein ist auch altes Kunsthandwerk. Die ehrenamtlichen Bandreißer zeigten, wie aus in Molfsee geerntetem Weidenholz Ringe für Holzfässer gefertigt wurden. Der Span wurde übrigens genutzt, um die Werkstatt zu heizen. Da mit den Ringen heute kaum einer mehr was anfangen kann, fertigte die Gruppe an diesem Tag Staudenhalter. „Kulturarbeit ist Ehrenamt, es macht einen riesigen Spaß, nur die Kollegen sind knapp“, sagte Wilfried Müller. Auch Zeidler Martin war im historischen Wand samt Armbrust ehrenamtlich unterwegs: „Die Zeidler durften den Bienenhonig in den Wäldern bewirtschaften, die Armbrust diente als Schutz vor Bären“, sagt er.

Schleswig-Holstein bedeutet auch viel Liebe zur Natur, so informierte Nicola Brockmüller von der Stiftung Naturschutz über die Wildbienen. „Die Bereitschaft ist bei vielen da, den Wildbienen zu helfen, doch das Wissen darum fehlt“, sagte sie. Und Jonna Kurz von der Akademie Ländliche Räume stellte ihre Projekte wie den Dorffunk vor, um sich zu informieren wie am schwarzen Brett: „14000 Menschen benutzen ihn in 160 Gemeinden“, sagte sie. Schleswig-Holstein ist halt auch gerne gut informiert.