25.02.2021 | Kultur/Geschichte Aktuelles

Haubarg ist Bauernhaus des Jahres

In Nordfriesland – insbesondere auf der Halbinsel Eiderstedt – sind die Haubarge heute deutschlandweit einzigartig.

2021 ernennt die Interessengemeinschaft Bauernhaus e. V. (IgB) den Haubarg als Bauernhaus des Jahres. Mit dieser Aktion macht der Verein auf den baukulturellen Wert und die Schutzbedürftigkeit des regionalen Haustyps aufmerksam. Haubarge werden oft als größte Bauernhäuser der Welt bezeichnet und trotzdem muss man sie suchen: Auf der schleswig-holsteinischen Halbinsel Eiderstedt sind sie heute hinter dicht gewachsenen Bäumen versteckt. Und sie stehen nicht direkt an den Straßen, sondern wirken zwischen weidenden Kühen und Schafen wie in die Landschaft gestreut. Haubarge sind imposante Architekturen. Ihre Reetdächer können eine Gesamtfläche von bis zu 1.400 Quadratmetern erreichen und die Firsthöhen bewegen sich zwischen 11 bis 17 Metern. Stall, Scheune und Wohnbereich vereinen sie unter einem Dach, wobei der überwiegende Gebäudeteil den Tieren und der Ernte vorbehalten war.

Mit dem Bauernhaus des Jahres will die Interessengemeinschaft Bauernhaus auf den Wert regionaltypischer Architektur aufmerksam machen. Historische Gebäude werden zurzeit in besorgniserregender Zahl umgebaut und abgerissen. Gerade die ländliche Baukultur steht auf dem Spiel. Der Bestand an Haubargen auf Eiderstedt ging seit der Zeit um 1900 dramatisch zurück. Heute existieren von ehemals 400 noch ca. 70 der gigantischen Bauten. Ihr Sanierungsbedarf ist groß, sodass man sich über diejenigen freuen kann, die gepflegt und in guten Händen sind, was auch ein Verdienst der Interessengemeinschaft Baupflege Nordfriesland & Dithmarschen e. V. mit Sitz in Bredstedt ist.

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