25.01.2021 | Kultur/Geschichte Aktuelles

Neue Bäume für Rotenhahn

Die Allee entlang der historischen Chaussee von Altona nach Kiel prägt den kleinen Ort Rotenhahn in der Gemeinde Rumohr...

...schon seit zwei Jahrhunderten. Umso schöner, dass mit Hilfe des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr und Ausgleichsmitteln aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde die im Laufe der Jahre entstandenen Lücken in der Allee nun wieder bepflanzt werden konnten. Dr. Juliane Rumpf, Kreispräsidentin von Rendsburg-Eckernförde und Mitglied im Präsidium des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes, unterstützt diese Maßnahme und freut sich, dass die Chaussee in diesem Teil wieder komplett ist.

Vor 13 Jahren hat der Schleswig-Holsteinische Heimatbund begonnen, die im Jahre 1832 fertig gestellte Chaussee von Altona nach Kiel wieder sichtbar zu machen. Ein bedeutendes Anliegen war und ist, den Allee-Charakter dieser Chaussee soweit wie möglich wiederherzustellen. Deshalb wurden seither ungefähr 1.200 Bäume neu gepflanzt. „Dank der Zusammenarbeit mit dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr und zahlreichen engagierten Ehrenamtlichen werden wir auch zukünftig dafür sorgen, dass weitere Bäume hinzukommen und die Baumchaussee auf weiten Strecken wieder erlebbar wird“, meint Prof. Dr. Holger Gerth, Landesnaturschutzbeauftragter und ebenfalls Präsidiumsmitglied beim Schleswig-Holsteinischen Heimatbund.

In Rotenhahn gelang vor drei Jahren der sensationelle Fund einer historischen Brücke von 1832. Dem damaligen Projektleiter Heinrich Kautzky und Rotenhahns Anwohner Ulrich Krüger ist anhand alter Karten aufgefallen, dass der alte Verlauf des Scheidegrabens von den jetzigen Rohren abweicht und sie fingen an zu graben. Mit Hilfe der Freiwilligen Feuerwehr und Unterstützung des Bürgermeisters Thomas Langmaack wurde die historische Brücke damals mitsamt Königsmonogram von Frederik VI freigeschaufelt. Nun ergänzen die fehlenden Bäume diesen Abschnitt der Chaussee.

Die Chaussee Altona-Kiel entstand in den Jahren 1830 bis 1832. Sie war die erste Kunststraße in Schleswig-Holstein, war mautpflichtig und sollte im damals dänischen Einflussgebiet die südlichste Stadt mit dem wichtigsten Ostseehafen verbinden. Sie verkürzte die Fahrt von Altona nach Kiel ganz entscheidend und ermöglichte den Orten an dieser Strecke eine rasche wirtschaftliche Entwicklung. Zu den besonders hervorzuhebenden Sehenswürdigkeiten an dieser Chaussee gehören die Meilensteine, die Mauthäuser sowie die Umspannhäuser. Aber auch schrecklichen Ereignissen, die diese erste Kunststraße in Schleswig-Holstein erlebt hat, soll gedacht werden. Beispielhaft sei der „Todesmarsch“ aus dem Konzentrationslager Hamburg-Fuhlsbüttel in das Arbeitserziehungslager Nordmark in Kiel-Hassee im April 1945 erwähnt.

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