10.05.2020 | Kultur/Geschichte Aktuelles

"Mein Schicksal ist nur eins von Abertausenden"

Ein neues Buch schildert neun bewegende Lebenswege von Menschen, die im April 1945 am Todesmarsch von Hamburg nach Kiel teilnehmen mussten.

Zum Ende des Zweiten Weltkrieges ließ die Hamburger Gestapo das Polizeigefängnis Kola-Fu räumen. Ab dem 12. April 1945 wurden etwa 800 Gefangene in mehreren Gruppen in viertägigen Fußmärschen zu dem mehr als 80 Kilometer entfernten »Arbeitserziehungslager Nordmark« im Kieler Stadtteil Hassee getrieben. Mehrere Häftlinge wurden unterwegs erschossen, weitere starben nach der Ankunft in Kiel aufgrund der Strapazen und der Unterversorgung während der Haft und des Weges.

Die Biografiengruppe, aus deren Arbeit dieser Band hervorgegangen ist, pflegt den Kontakt zu Angehörigen von Teilnehmer*innen des Todesmarsches und errichtete an bisher fünf Orten in Schleswig-Holstein Gedenktafeln für die auf dem Marsch Ermordeten. Der Heimatbund ist Kooperationspartner des Projektes wie auch der Erstellung des Buches.

»In der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit erwächst ein Erkenntnisprozess, der Geschichte in ihrer menschlichen Tiefe erfasst und unmittelbar in unser praktisches Handeln hineinwirkt. Angesichts der schrecklichen rassistischen Taten der jüngsten Zeit ist dies wichtiger denn je.«
(Aus dem Geleitwort von Daniel Günther, Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein)

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