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24.06.2019 | Kultur/Geschichte Aktuelles

Enthüllung einer Gedenktafel in Kisdorf-Feld

Am 13. Juni 2019 wurde in Kisdorf-Feld eine Gedenktafel für Josef Tichy aufgestellt.

Die Biographiengruppe „Todesmarsch Hamburg - Kiel 1945“ hat es sich zur Aufgabe gemacht die Lebensgeschichten der Marschteilnehmer des Todesmarsches zu recherchieren. Im April 1945 wurden ca. 800 Gefangene von SS-Mannschaften aus dem Gestapogefängnis „Kolafu“ in Hamburg-Fuhlsbüttel in das „Arbeitserziehungslager Nordmark“ in Kiel-Hassee getrieben. Mindestens neun Häftlinge wurden ermordet.

Im Zuge dessen, ist es der Gruppe gelungen viele Details über den Tschechen Josef Tichy zu erarbeiten und an sein Schicksal zu erinnern.

Auf dem Marsch wurde in Kisdorf-Feld am 12. April 1945 der tschechische Gefangene Joseph Tichy erschossen. Eine Zeitzeugin berichtete, dass der Tote mit Fußtritten in den Straßengraben getreten wurde. Die Täter wurden nicht belangt. Der Tote ist auf dem Friedhof Kaltenkirchen beigesetzt.

Am Vormittag erarbeiteten Schüler der Kisdorfer Schule gemeinsam mit Vertretern der Biographiengruppe Informationen zu Joseph Tichy. Am Nachmittag wurde in einer Zeremonie die Tafel für den Verstorbenen enthüllt. Die Einweihung wurde von einer Arbeitsgruppe organisiert, zu der neben Vertretern der Biographiengruppe der Kisdorfer um Marlene und Hans-Jürgen Hroch, Klaus Huber und Hans Ellger aus Kisdorf gehörten. Auch hier waren Schüler anwesend, die ihre erarbeiteten Informationen auf Plakaten präsentierten. Der Bürgermeister Wolfgang Stolze sowie Dr. Ute Löding-Schwerdtfeger, geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes, hielten ein Grußwort, Frauke Greuel von der Biographiengruppe berichtete über das Leben Joseph Tichys. Im Anschluss sprach Fred Zimmak, der Sohn eines Überlebenden. Er machte deutlich, „die Zeiten damals sind so schlimm, von so viel Hass, Gewalt und Willkür geprägt, dass man sich immer erinnern muss“.

Im Anschluss trafen sich die Teilnehmenden im Gemeindehaus der Kirche, um bei Kaffee und Kuchen weitere spannende und ergebnisreiche Gespräche zu führen. Es war eine gelungene Veranstaltung und ein wichtiger Schritt in der Erinnerungsarbeit.