05.11.2021 | Sprache/Literatur Aktuelles

Stadt Kappeln ehrt Gesche und Peer-Marten Scheller mit dem Niederdeutschen Literaturpreis

"Ermöglicher niederdeutschen Kulturlebens" - Gesche und Peer-Marten Scheller sind mit ihrem Quickborn-Verlag die aktuellen Preisträger.

Mit ihrem Quickborn-Verlag für niederdeutsche Literatur sind sie die Preisträger des Jahres 2020– und irgendwie auch des Jahres 2021: Gesche und Peer-Marten Scheller erhielten am Sonnabendabend, 05.11.2021, den Niederdeutschen Literaturpreis der Stadt Kappeln, nachdem die Verleihung im vergangenen Jahr coronabedingt ausgefallen war. Dazu Heimatbund-Präsident Peter Stoltenberg in seinem Grußwort:

„Ich beglückwünsche die Stadt mit ihrem niederdeutschen Beirat zu der Entscheidung, […] nicht heute womöglich zwei Preisträger zu belobigen – einen neuen und einen nachgeholt zu ehrenden alten. Nein. Die Eheleute Gesche und Peer-Marten Scheller mit ihrem Quickborn-Verlag, sie bekommen die alleinige Aufmerksamkeit, und das mehr als verdient!“

Auch der Minderheitenbeauftragte des Ministerpräsidenten, Johannes Callsen, hob die Bedeutung des Hamburger Verlages für die niederdeutsche Sprache insbesondere in Schleswig-Holstein hervor:

„Die wachsende Schülerzahl in den Niederdeutschklassen der Schulen wäre ohne die passenden Lehrmittel kaum denkbar", so Callsen mit Blick auf die Herausgabe der plattdeutschen „Paul un Emma“-Schulbücher im Quickborn-Verlag.

Die Eheleute Scheller erhielten den mit 3000 Euro dotierten Preis aus der Hand des Kappelner Bürgervorstehers Frank Nickel. In der von ihm verlesenen Begründung der Jury heißt es:

„Veranstaltern und Medien steht der Verlag als Rechteinhaber kooperativ zur Seite, wenn es um öffentliche Vorträge oder Sendungen bei ihm verlegter Texte geht. Wir erleben den Quickborn-Verlag daher als Ermöglicher niederdeutschen Kulturlebens und würdigen dies umso mehr, da in schwierigem geschäftlichem Umfeld plattdeutsche Verlagstätigkeit Mut und Durchhaltevermögen braucht.“

Als Autoren des geehrten Verlages gaben sich Bärbel Wolfmeier und Gerd Spiekermann mit einer kurzen Lesung aus ihren bei Quickborn verlegten Büchern die Ehre. Gerd Spiekermann war im Jahr 1991 der erste Kappelner Preisträger überhaupt. So war denn die Preisvergabe in der alten Maschinenhalle zugleich ein Jubiläumsfest. Seit drei Jahrzehnten wird der Preis an der Schlei nun vergeben. Die Liste der Preisträger dokumentiert das who is who der niederdeutschen Kulturszene.