15.06.2020 | Sprache/Literatur Aktuelles

Striet üm dat Woort „Snutenpulli“

Wat warrt ut en Spraak, de blots noch as nüüdlich wohrnahmen warrt? En ole Fraag op`t Niege stellt.

Siet Corona is nu faken dat Woort „Snutenpulli“ to hören un to lesen. Gegen düssen lustigen Utruck is nix to seggen, meent uns Plattreferent Jan Graf. „Man wenn wi dat so stahn laat, as weer dat dat `echte` plattdüütsche Woort för de Mund-Nasen-Bedeckung, denn doot wi uns Spraak keen Gefallen“. Plattdüütsch as Spraak to`n Smuustern - In en Polemik hett Graf Anfang Juni in verscheden Onlineforen beklaagt, dat veel Plattsprekers düt Bild övernahmen hebbt un fraagt sik, wokeen en Spraak noch eernst nehmen schall, de sik schiens nix anners mehr totroot as Spijöök. För sien Inlaag is Graf in Bischriften deelwies persöönlich angrepen worrn, ok Frünnen vun de plattdüütsche Spraak hebbt em Humorlosigkeit un „Klookschieteree“ vörsmeten.

Ok de nordfreesche Minnerheit weer in Gang mit „Mund-Nasen-Schutz“. Nordfriisk Instituut un Friisk Foriining harrn opropen, de Lüüd schullen vörslaan, woans düsse Gesichtsmask op Freesch heten schall. En Jury hett ut de Toschriften dat Woort „müsdök“ köört, op Platt „Munddook“. Dorto steiht nu in den Newsletter vun`t Instituut: „In plattdeutschen Foren gibt es inzwischen harte Diskussionen, ob man der Sprache nicht schadet, wenn man sie ständig auf das Humorvolle reduziert. „Snuten-Pulli“, „Ackersnacker“ (Handy), „Huulbessen“ (Staubsauger, wörtl. ‚Heulbesen‘) oder „Plüschmoors“ (Hummel) finden manche Plattdeutsch-Aktivisten einfach nur lächerlich, gehen dagegen an und erhalten dafür massenweise empörte Reaktionen. Mit dem Vorurteil, dass es sich um eine „witzige“ Sprache handelt, hat das Friesische jedoch wenig bis gar nicht zu kämpfen – und so passt „müsdök/mösduk“ vielleicht ganz gut.“

Över den „Snutenpulli-Striet“ bericht intwüschen ok NDR un Verein Deutsche Sprache.