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05.12.2018 | Sprache/Literatur Aktuelles

Ministerpräsident Günther würdigt langjährige Minderheitenpolitik

Ministerpräsident Daniel Günther hat die Minderheitenpolitik als eine „Erfolgsgeschichte
aus Schleswig-Holstein“ bezeichnet.

Foto: Staatskanzlei

„Diese Erfolgsgeschichte wollen wir fortschreiben. Das Engagement für das friedliche Zusammenleben in Grenzregionen und von Minderheiten und Mehrheiten ist umso wichtiger angesichts des in Europa wieder aufkeimenden Nationalismus‘“, sagte der Regierungschef in Kiel.

„Beauftragter für Grenzfragen“ erstmals 1988 eingesetzt

Seit 30 Jahren gibt es in Schleswig-Holstein das Amt des Minderheitenbeauftragten. Aus Anlass dieses runden Jahrestages hatte der Minderheitenbeauftragte Johannes Callsen Vertreter aller Minderheiten sowie die ehemaligen Minderheitenbeauftragten Caroline Schwarz und Renate Schnack zu einer Jubiläumsveranstaltung eingeladen. Gut 100 Gäste waren dafür nach Kiel gekommen. Mit dabei war auch der ehemalige Ministerpräsident Björn Engholm, der in der Landesregierung 1988 erstmals einen Beauftragten für Grenzfragen eingesetzt hatte. „Die nationalen Minderheiten und Volksgruppen stehen im Mittelpunkt meiner Arbeit; ihre jeweils eigene Sprache zu fördern und ihre Eigenständigkeit zu bewahren, ihre Besonderheiten zu schützen, so verstehe ich mein Amt“, sagte Callsen.

Minderheitenpolitik international anerkannt

„Dänen, Friesen und Sinti und Roma sind heute in Gesellschaft und Gesetzen gleichberechtigt und genießen als Minderheiten den besonderen Schutz ihrer Sprache, ihrer Kultur und Traditionen. Sie werden gefördert und staatlich unterstützt“, sagte Günther. Schleswig-Holstein Minderheitenpolitik diene inzwischen international als Vorbild. So habe die Föderalistische Union Europäischer Nationalitäten (FUEN) und European Council for Minority Issues (ECMI) auf Initiative der Staatskanzlei auf dem Westbalkan die Erfahrungen aus Schleswig-Holstein eingebracht, um den dortigen Minderheiten zu helfen.

Jubiläumsfeiern 2020 im Blickpunkt

Wie der Ministerpräsident weiter sagte, wolle Schleswig-Holstein die Feierlichkeiten zu 100 Jahren friedlicher Grenzabstimmung zwischen Deutschland und Dänemark in Jahr 2020 nutzen, um den gelungenen Friedensprozess und das Miteinander stärker sichtbar zu machen: „Beispiele für ein Zusammenwachsen über nationale und kulturelle Grenzen hinweg sind selten. Hier gibt es sie, und darum müssen wir sie zeigen.“